Hunderte von Weinhügeln, auf ihnen Pappeln, die wir hier Palmen nennen, Weiler und vereinzelte Häuser, da und dort ein Kirchlein und ehemalige Herrenhäuser – Schlösser, die mit ihren großen, alten Kellern von der berühmten Weintradition der Orte rund umJeruzalem zeugen.

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"Šipon – C‘est bon!", riefen die Soldaten in der Zeit von Napoleons Feldzügen durch unsere Weinbauorte. Und tatsächlich ist dieser Wein wirklich hervorragend – unser einzigartiger Šipon. Zu ihm gesellen sich zahlreiche andere, sowohl internationale als auch heimische, Sorten: Welschriesling, Sauvignon, Rheinriesling, Chardonnay, Traminer, Grauburgunder, Blauburgunder, Blaufränkisch ... Die Hände all unserer zahlreichen Winzer/innen verleihen diesen Sorten ihre persönliche Note und Unterschrift. Bei uns wachsen und reifen Weine für alle Geschmäcker der Welt.

ŠIPON - WER WÜRDE DICH NICHT LIEBEN?!

Wenn wir einen guten Šipon, den ausgezeichneten, im späten Herbst gepflückten Šipon, anbieten, nickt fast jeder, erfahrener oder weniger erfahrener Weinliebhaber begeistert zu. Ausgezeichneter Wein! Wieso ist das so, obwohl die Leute das erste Mal im Leben diesen Wein, deren Name ihnen am Anfang schwer von der Zunge geht, kosten?! 

Šipon wird vom angenehm fruchtigen Duft (nach reifer Ananas), einem Hauch grüner Mandeln, Haselnüssen, auch nach gemähten Rasen und Heu ausgezeichnet, vielleicht erinnert er jemanden auch an Ölivenöl und an einen Fisch, der darin schwimmt! Wenn die Ernte wirklich schlecht ist und der Winzer mit Sorgfalt seine Schritte durchdenkt, ist er vollmundig und reich und hat eine lebhafte, jedoch mäßige Säure.

Was wären wir ohne die Legenden?! Eine davon besagt, dass der Name des Šipons von den Napoleon-Soldaten stammte - die bei ihrem Marsch durch die Weinbaugebiete der nahen Ortschaften den Wein probierten und kommentierten: " C'est bon! ". Prleki, die Bewohner der Region-Prlekija, haben das ein bisschen anders gehört und so ist der Name Šipon entstanden. In Kroatien heißt er Pušipel, in Tokaj Furmint und er ist einer der Hauptweine von Tokaj.

Bedeutsam sind die Wörter von Matija Vrtovec, der in seinem Werk Vinoreja [Weinanbau] aus dem Jahr 1844, das eines der ersten Fachbücher über den Weinanbau, Önologie und nicht zu Letzt über die Weinvermarktung ist, folgendes über den Šipon geschrieben hat: "Selten ist die Welt, die ihm gerecht ist, auch warm ist ihm kaum wo genug. Glücklich ist der Ort, der für ihn passend ist! Aus seiner Rebe sind die edelsten Steiermark-Tropfen zu bekommen..."

Šipon zählt zu den Sorten, die am spätesten reifen. Die Trauben sind relativ groß, die Beeren ein wenig länglich - mehr eierförmig. Die Haut ist nicht zu dick und platzt sehr gerne auf. Šipon ist ein Kind des langen und schönen Herbstes, zu jener Zeit gelingen den Winzern wirklich ausgezeichnete Šipons.

Wie unsere Vorfahren schon geschrieben haben, mag der Šipon einen sandigen Boden, wo das Wasser schnell abfließt und auch die Menge der Trauben an den einzelnen Reben muss bescheiden sein, wenn wir ausgezeichnete Qualität wünschen. Alte Niederschriften besagen, dass der Šipon erst nach der hl. Theresia (15. Oktober) gepflückt werden soll.

Wenn der Herbst schön, lang und trocken ist, wenn die Unterschiede zwischen der Tag- und Nachttemperatur groß sind, wenn die Trauben von Edelfäule befallen werden und dabei der Wind die Beeren austrocknet, gibt es keine andere Sorte, die eine derartige Trockenauslese produzieren kann. Die Haut des Šipons ist genau richtig um eine langsame Austrocknung zu ermöglichen, so dass die s.g. cibebe entstehen. Der Saft wird in der Beere konzentriert und wir bekommen eine außerordentliche Qualität.

Wegen dieser Eigenschaften ist der Šipon auch für andere spezielle Qualitäten ideal - späte Ernte, Auslese usw. vor allem aber für den Eiswein. Šipons ausgezeichneter Jahrgänge altern auch sehr gut und einer der ältesten Weine in Slowenien ist der Šipon des ehrwürdigen Jahrgangs 1927, der im Weinkeller Ptujska klet aufbewahrt wird. Zu den ehrwürdigen Jahrgängen gehört auch die trockene Weinauslese aus den 70er Jahren des vergangenen Jahrzehnts, der im Archiv-Weinkeller Ormož aufbewahrt wird.

Und noch eine Empfehlung an die Weinliebhaber und Weinliebhaberinnen - ein guter Šipon muss mindestens ein Jahr alt sein, noch besser zwei oder drei!